Entfaltung pixabay Juni 2017

Was möchte sich durch Dich ausdrücken?

Wie wunderschön ist es, wenn du durch das, was du liest, hörst oder anschaust an etwas erinnert wirst, das in dir selbst liegt. Wenn aus Stagnation Bewegung wird, wenn die Begeisterung für das Leben durch eine Erzählung, eine Melodie oder eine Landschaft in Fluss kommt. Wenn du fühlst, dass du so viel mehr bin als das, was du  über dich denkst …

Wenn du es wagst, dich kopfüber in deine Wahrnehmung fallen zu lassen, ohne Bewertung, frei und ohne Druck, kannst du schließlich schreibend auf etwas verweisen, was sich eigentlich nicht fassen lässt, das du aber in jedem Moment spüren kann: Verbundenheit.

Mit dir selbst, mit anderen, mit dem Leben an sich, das sich in seiner kompletten Schönheit durch uns alle auszudrücken vermag, sobald wir es zulassen.

Blume CC0 pixabay

Sprung in den Fluss des Lebens

 Was fühlst Du? Schreiben ist ein Zugang zu sich selbst. Der Versuch zu greifen, wie ich die Welt gerade erlebe. Und es gibt unendlich viele schimmernde Facetten, die jeder Mensch aus seinem jeweils einzigartigen Blickwinkel wahrnehmen und fassen kann. Mit den unterschiedlichsten Worten, die immer nur einen Verweis sein können, auf das, was er gerade erlebt oder erlebt hat.

Mit offenem Herzen schreiben

Was bewegt Dich? Wenn es gelingt, das auszudrücken, was gerade da ist, im Innersten, wird der Moment des Schreibens zu einer zutiefst befreienden Erfahrung. Gefühle anzunehmen und sie zu integrieren. Hier und Jetzt. Das ist lebendiges Schreiben für mich. Ein Prozess, der nicht im Widerspruch zum Alltag steht, sondern ihm die Tiefe gibt, die bewusstes Handeln ermöglicht.

 

CC0 pixabay adult-1846488_1920

Befreie Deine Kreativität!

Wenn ich nicht mit meinen Gefühlen verbunden bin, nehme ich auch die Lebendigkeit um mich herum nicht wahr. Es entsteht keine Idee, die ich zu Papier bringen könnte.

Was hält Dich davon ab, zu schreiben?

Oft ist es Angst. Angst, die aus vergangenen Erfahrungen hervorgegangen ist. Alte Wunden halten uns davon ab, neue Erfahrungen zu machen. Immer wieder neu zu beginnen. Das weiße Papier ohne Angst zu betrachten. Als Chance. In jedem Moment als neuer Anfang.

Fange an. Jetzt.

Natalie

 

Musik Pixabay CC0

Vom Mut, sich selbst zu begegnen

Wie oft findet sie uns im Alltag nicht, die Zeit, um dem nachzugehen, was uns im Innersten bewegt? Sem Seiffert hat sich Zeit genommen. Und mir einige Fragen beantwortet. Darüber, wie seine Texte entstanden sind und was das mit seiner Haltung dem Leben gegenüber zu tun hat.

Lieber Sem, wie wird aus Deiner Erfahrung ein Song?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich plane meist nicht, was ich schreibe. Es gibt vielleicht Überschriften, vielleicht Stichworte. Aber auch hier entsteht es spontan, wenn ich Erlebtes bewusst einfließen lasse. Jeder Song besteht meist aus verschiedenen Erfahrungen.

Foto: Arndt von Koenigsmarck

Foto: Arndt von Koenigsmarck

Und was ist zuerst da, Text oder Musik?

Mittlerweile ist fast immer erst der Text vorhanden. Früher war es genau andersherum. Aber es gibt immer mal wieder Ausnahmen. Am interessantesten war es, als ich einen Text fertig hatte und etwa ein Jahr später, ohne an diesen Text zu denken, Musik komponierte, die fast eins zu eins dazu passte, als ich später Texte zu dieser Musik ausprobierte. Also war es vollkommen unterbewusst miteinander verknüpft. Sowas macht mich selbst sprachlos und ist immer wieder eine Freude, zu erleben.

Nach den Geschichten, die Du auf Tales to Tell erzählst, hast Du mit Diary Of A Traveller jetzt das „Tagebuch eines Reisenden“ geschrieben. Ist das neue Album persönlicher als das erste?

Das neue Album ist nicht mehr oder minder persönlich als das erste. Auch Tales To Tell erzählt Geschichten eines Reisenden.

Was macht diesen „Reisenden“ aus?

Songs wie „Deliverer“, „At the end of the day“ oder auch „Mind-Reader“ spielen zwar nicht an speziellen Orten, sind aber Reisen, die in mir selbst stattgefunden haben, durch Erfahrungen, die ich gemacht habe und/oder reflektiert habe. Also Reisen durch meinen Verstand und meine Gefühlswelt. Alle Songs sind sehr persönlich. Wenn ich auf Reisen bin, bin ich mit dem Rucksack unterwegs. Ohne feste Route. Mich inspiriert, was mir begegnet.

Gab es Landschaften während deiner Reisen, die dich besonders berührt haben? Menschen?

Ich liebe Peru. Korsika finde ich phantastisch. Aber grundsätzlich genieße ich jeden Ort und jede Landschaft, die ich bereisen darf. Auch in meiner Heimat sehe ich mich als Reisenden und verhalte mich nicht anders als wenn ich unterwegs bin. Mir sind viele Menschen begegnet, die mich beeindruckt haben. Mit kleinsten Facetten ihres Charakters. Menschen, für die Selbstverständlichkeiten gelten, die manch Anderen möglicherweise nie sichtbar werden. Einige Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe, haben auch ihren Platz in meinen Songs erhalten. Mal als Person, mal als Teil des Ganzen.

An welcher Erfahrung bist Du am meisten gewachsen?

Am Alleine-Reisen. Am Sein selbst. An all den wundervollen Menschen, die mir begegnet sind.

DANKE fürs Teilen Deiner Erfahrungen!

Mehr Texte, Bilder und Musik von Sem Seiffert: http://www.semoclock.com/

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Raum für Kreativität

Es ist ein Bedürfnis des Menschen sich mit anderen auszutauschen. Und wie gerne tun wir das, wenn uns etwas von Herzen interessiert! Bei meiner Arbeit werden mir aber oft Fragen gestellt wie: „Ist das, was ich da schreibe, denn gut genug?“ oder „Wie komme ich denn darauf, dass meine Geschichte überhaupt irgendjemanden interessiert?“ Die Fragen sagen sehr viel mehr über gesellschaftliche Prägungen als über die „Qualität“ eines Textes aus. Mein Anliegen ist, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich ohne Leistungsdruck oder sonstiges Mangeldenken schlicht erst einmal entfalten darf, was sich in einem solchen Schreibprozess entfalten möchte …

Von Herzen schreiben

Indem der innere Kritiker für einen Moment lang schweigen darf (später darf er gerne noch einmal reflektierend über den Text schauen), kann überhaupt erst ein Schreibfluss entstehen! Wenn man sich schon bevor man schreibt oder währenddessen ständig überlegt, was man gerade „falsch“ oder „richtig“ macht oder sogar immer wieder auf jeden Verschreiber achtend in einem Satz vor- und zurückhüpft, blockiert das ein erstes „Runterschreiben“ einer Idee, einer Geschichte, eines Blog-Beitrags. Indem ich „Fehler“ zulasse, entsteht der Raum, um zu einem authentischen Ausdruck zu finden. Und das ist ein Prozess, der im Leben niemals abgeschlossen ist … Warte ich darauf, endlich perfekt genug zum Schreiben zu sein oder ausreichend Spannendes zu erzählen zu haben, fange ich nie damit an.

In Verbindung mit sich selbst und anderen

Schreiben ist eine Suche, eine Suche nach sich selbst, nach den passenden Worten, die das eigene Anliegen ausdrücken. „Falsch“ oder „Richtig“ können dabei nur der gefühlsmäßige Kompass sein, der später entscheidet, ob das, was man da geschrieben hat, zumindest ein bisschen dem entspricht, was man auf dem Herzen hatte. Und wenn es dann noch Resonanz in einem anderen erzeugt, ist das ein wunderbares Geschenk.

 

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Raupe wird zum Schmetterling

Es gibt keine begriffliche Eins-zu-Eins-Übersetzung für das, was mich ausmacht. Aber das langsame Herantasten, die Versuche, zu umschreiben, was es ist, mein Herzensanliegen, die Essenz meines Lebens, ist ein Abenteuer, das ich zu bestehen habe, sobald ich mit dem, was ich liebe, gehört und gesehen werden will.

Jedes Wort – mit dem ich in Resonanz gehe – ist eine Spur. Ich kann ihr folgen oder auch nicht. Was ich erfahre ist in jedem Fall, dass es den perfekten Text nicht gibt, aber dass das Schreiben an sich mich – mit jedem einzelnen Wort – ein wenig näher zu mir selbst bringt.

Vom Mut, den eigenen Weg zu gehen

Allzu oft glauben wir, dass sich erst die Umstände verändern müssten, damit wir das leben können, was wir uns wünschen. Doch der Schlüssel zur Erfüllung der eigenen Träume liegt die ganze Zeit in jedem einzelnen Menschen selbst. Und manchmal werden die Dinge auf eine völlig andere Weise Wirklichkeit als wir zunächst dachten.

Sobald ein Mensch zu spüren beginnt, was ihn wirklich zufrieden macht und er im Tun die Verantwortung für die Konsequenzen seines Handelns übernimmt, bewegt sich etwas. Jeder kleine Schritt im Einklang mit sich selbst ist der immer wieder neu sich gestaltende  Anfang eines Lebens, das der Entfaltung der eigenen Potentiale dient.

Wer dieses Leben lebt, unterstützt auch andere auf ihrem Weg. Aus einer inneren Fülle heraus zu geben, den anderen sein zu lassen und anzunehmen, wie er oder sie ist … So entsteht der Raum für ein authentisches Miteinander, für Synergieeffekte und Freude an und mit dem, was wir tun.

Selbstausdruck statt Leistungsdruck